Montagmorgen versemmeln? Check!

Je größer die Kinder werden, umso weniger kann ich versemmeln, aber manchmal gelingt es mir halt doch noch! So wie heute.

Ich wecke Kind 2 so spät wie möglich, denn schließlich weiß ich, dass für uns Eulen in diesen unerträglich frühen Morgenstunden jede Minute zählt. Kind 2: Was? Heute ist Montag? Ja, heute ist Montag. Ok, anziehen, Zähneputzen und so, Schuhe anziehen und los. Wooho, wir sind heut gut in der Zeit. Soweit so gut. Ja, dacht ich mir. Zu früh gefreut.

Kind 2 so: Waaaah, ich hab noch Hausaufgaben. Ich: Komm schon, ich hab dich doch extra gefragt! Kind 2: Äh, ja und ich hab „ja“ gesagt. Ich: What? Sicher net, sag ich, aber eigentlich hab ich keinerlei Erinnerung daran. Naja, wir werden’s nie erfahren und Kind 2 macht die Hausaufgaben. Gut, ist ja nicht viel. Unser PaarMinuten-Bonus weg. Kind 1 ist längst pünktlich los.

Hausaufgabe fertig, nix wie weg. K2: Komm ich zu spät? Ich: Ja, ein bisschen. Wir sind da, ja, mit Auto, Schulweg ist zu Fuß 35 Minuten, Bus längst verpasst, wir steigen aus. Schultasche! Wo, ist die Schultasche? Daheim im Flur. Ich: Geh schon mal rein, ich hol die Schultasche. K2: Auf gar keinen Fall, eh schon zu spät und ohne Schultasche. Ich geh sicher nicht ohne Schultasche rein. Ich komm mit.

Ja und weil ich mein Kind kenn und weiß, wie das ausgeht, nehm ich sie wieder mit. K2: Soll ich einfach daheim bleiben? Ich: Nein, lieber verpasst du 20 Minuten, als einen ganzen Tag. Ich renn zur Haustüre. Oder besser gesagt, voll in die Tür rein, weil Tür ist also nicht offen. Schlüssel? Im Haus. Ja, echt jetzt! Kind, du musst zum Fenster reinklettern. Ok. Kletterkind klettert, holt die Schultasche, kurzer Lachflash und los.

Jetzt will sie nicht in die Schule, weil ihr die Verspätung furchtbar peinlich ist und sie bei jeglicher Art von Nicht-Gelingen auf keinen Fall im Mittelpunkt stehen mag. Weißt du, wem das noch viel unangenehmer ist, ja mir, ich bin hier die Erwachsene, die’s vor Zeugen mal grad wieder nicht gebacken kriegt, aber hey, na klar komm ich mit und erklär das Morgenabenteuer samt Entschuldigung. Alles gut. Also fast, s Kind steht so halb in der Tür und ich bin wieder mal zwischen Mitgefühl, Verzweiflung und Panik, also an vernünftig Denken ist grad gar nicht zu denken. Soll ich flehen oder bestimmen – raus kommt ein völlig untauglicher Mix. Ein paar Minuten von diesem alles nur verschlimmernden Hin und her. Und vielleicht stimmt meine Theorie, dass meine Anwesenheit nix mehr Bereicherndes zur Situation beitragen kann, außer zu gehen. Und vielleicht ist Kind 2 mittlerweile auch ganz ins Klassenzimmer reingegangen. Man kann nur hoffen. Ich glaub schon. Oder?

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