Hilfe, Ferien! Oder auch: Was machen wir eigentlich mit dem Großen?

9 Wochen! Hip Hip Hooray, außer du bist nicht Kind und auch nicht Familienvater, sondern Familienmutter. Dann hast du ausnahmsweise mal wieder die A-Karte gezogen. Denn Congratulations, du bist die Schlussverantwortliche für den ganzen Familienmurks. Du bist die, die nicht auskommt, selbst wenn sie wollte. Im Gegensatz zu ihm, er kommt um den Kinderbetreuungswahnsinn rum, ohne dass er’s wollen muss, weil… „Hallo, du bist schließlich die Mutter!“ reicht in unseren Breitengraden seltsamerweise als Begründung. Was ist das? Ein Witz?

Guess what, es ist eh normal, den einfachsten Weg zu gehen. Alles andere wär ja auch ziemlich dumm. Wer macht es sich schon gerne selbst schwer? Hör ich als Mama auf, alles zu managen, passiert, was passieren muss: Alles bricht zusammen, Vollkatastrophe und dann richten wir’s halt wieder – irgendwie jedenfalls. Wenn wir Frauen clever sind, halt nicht wieder so, dass wir die Alleinherrschaft über alles Undankbare des Elterndaseins übernehmen: Kinderbetreuung, Zahnarzttermine, Sport und Erziehung – jemand muss den Kids schließlich die Handys und Tablets abfassen und sie zur Bewegung und zum echten Leben animieren.

Sagen wir, es haben irgendwann dann alle begriffen, das Kinder cool sind und gleichzeitig auch eine Herausforderung, die nicht alleinige Frauensache ist. Was machma denn nun mit den Sprösslingen? Kind 2 geht in den Ferienkindergarten, aber weil Ferien nur Montag bis Donnerstag und freitags abwechselnd Oma, Opa, Lieblingssis und Bestiii. Das sollt halt auch noch jemand organisieren, übrigens. Und was machen wir eigentlich mit Kind 1, der grad sein erstes Jahr Sekundarschule beendet hat?

Sportcamp? Ähm, nope, das war nach gefühlt 10 Sekunden überfüllt und ich hab mich erst 10 Minuten nach Anmeldestart eingeloggt. Klar, ich – ihm hat das ja niemand gesagt. Ja, mir auch nicht, aber egal jetzt, ab jetzt wird alles anders. Wieder einmal. Mit dem Camp wär zumindest mal eine Woche klar. 2 Wochen hab ich frei – brauch ich eh nur noch 7 Wochen zu organisieren.

Gibt’s noch Sommerferienangebote in den Gemeinden und Sommerschule: Ganz tolle Programmpunkte. Einziges Problem: Ich! Viele dieser Angebote dauern 2 Stunden, vielleicht mal n halben Tag oder sogar einen ganzen (Sommerschule auch mal 2). Ich als Organisationsgenie (nicht) steig beim Blättern durch den Folder schon aus. Nehm ich nur die Werktage her – gilt es also 7 x 5 Tage zu organisieren. 35 Tage also, oder 70 halbe Tage. Ich bin raus. Sämtliche dieser Ferienangebote sind also gegen Langeweile top, in Sachen Kinderbetreuung helfen sie uns als Eltern net unbedingt weiter. Klar gibt’s auch in unserer Region Schüler:innenbetreuung für Sekundarstüfler:innen. Hat ich so gar nicht am Schirm, dachte mit 11 ist er schon zu groß dafür und irgendwie woll ich was besonderes. Er hat ja immerhin Ferien. Jetzt denk ich mir: Hätt ich mal besser. Um den ganzen Tag unbetreut zu sein, ist er dann doch noch zu „klein“.

Und selbst wenn ich ein Organisationsgenie wär und in meiner üppigen Freizeit, die Mamas so gut wie nie haben, für Kind 1 ein Abenteuer-Betreuungsprogramm auf die Beine stellen könnte: Geht ja auch ganz schön ins Geld. Ich kann’s jetzt drehen und wenden wie ich will. 9 Wochen Ferien sind schlichtweg zu lang, für Lehrer:innen wahrscheinlich zu kurz. Vielleicht könnten wir unser Bildungskonzept mal neu aufstellen. So, dass wir weder Lehrende noch Kinder noch Eltern verheizen. Doch das ist ein anderes Thema. Ein spannendes! Ein riesiges!

Und derweil wird es eben, wie es immer ist: Ein Murks und irgendwie kriegen wir’s schon hin, weil: Was denn sonst?

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